Geboren und geblieben in Wipperfürth arbeite ich seit fast 25 Jahren als Hebamme.
Mit 16 Jahren kam bei mir der Wunsch auf: ich werde Hebamme! Meine Großmutter bestärkte mich in diesem Vorhaben, leider konnte sie mein Examen nicht mehr miterleben. Mit 16 war ich noch viel zu jung und machte zunächst mein Abitur im EvB Gymnasium Wipperfürth. Im Anschluss daran und mit einem längeren Praktikum, in der damals noch St Josef Klinik Wipperfürth, stand mein Entschluss endgültig fest . So schrieb ich einige Bewerbungen und fand meine Ausbildungsstelle letztendlich im schönen Paderborn. Besser hätte ich es nicht treffen können, von den Menschen die mir dort begegnet sind und die heute noch mein Leben bereichern, als auch von der Ausbildung, welche mir ein festes Fundament für meine Arbeit gegeben hat.
Mit meinem Examen 1999 kam ich zurück ins Oberbergische .Erst war ich 16 Jahre angestellte Hebamme im KKH Gummersbach, jetzt bereits seit 10Jahren in Wipperfürth in der HeliosKlinik.
Ich habe 4 tolle Kinder, einen tollen Mann und lebe seit etwa 8 Jahren in Hückeswagen.
Es ist mir seit jeher eine Herzensangelegenheit euch durch die Höhen und Tiefen eurer jeweiligen Lebensphasen zu begleiten, nicht nur die werdende Mutter, sondern auch den Vater und die wachsende Familie mit allen, die für euch dazugehören in den Blick zu nehmen und euch möglichst dort abzuholen wo ihr eben gerade steht. Eine ganzheitliche Sicht auf eure jeweilige Position ist mir dabei sehr wichtig um gemeinsam herauszubekommen was ihr euch für eure Familienwerdung wünscht.
Gerade deswegen machen mich die neuesten ( seit 11.25 ) Entwicklungen im Bereich meiner wertvollen Arbeit enorm betroffen und sprachlos. Der neue Hebammenhilfevertrag ,welcher kurz in aller Munde war und durch sämtliche Medien geisterte, jetzt aber nicht mehr interessant genug für Berichterstattung zu sein scheint, ist eine blanke Kathastrophe.
Offiziell schön ausgestaltet wirkt es zwar wie ein Modell, besser zu Honorieren was Hebammen leisten, ist es in Wirklichkeit ein unerfüllbares Bürokratie Bollwerk , welches mich zu einer arbeitsweise zwingen will, wie ich sie nicht als Hebammenwürdig empfinde. Ich möchte meine wertvolle Zeit mit Euch, Eurer Betreuung und Klärung aller Fragen, sowie Eurem Nachwuchs verbringen und nicht mit einer minutengenauen, digital überwachten Arbeit an einem Computer, welchen man zwangsläufig während des Besuches am Start haben muss.
Ich bin moralisch nicht bereit mein Verständnis für meine Arbeit einem Computer und der Vereinfachung der Arbeit von Krankenkassen und GKV unterzuordnen.
Unsere wunderbare Praxis haben wir auch aus diesem Grund bereits geschlossen, es hat meinen Koleginnen und mir fast das Herz gebrochen .
Kurse welche ich 25 Jahre gerne für und mit Euch gegeben habe ruhen auch seit 1.11.2025 weil eine Abrechnung in wirtschaftlicher Weise nicht möglich scheint.
Meine weitere freiberufliche Arbeit in Form von Nachsorgen zu Hause habe ich auf ein Minimum beschränkt und werde, falls sich nicht noch grundlegend etwas ändert ( was ich nicht glaube - es handelt sich hier um ein Erfolgreiches Modell uns Hebammen zur Aufgabe zu zwingen )ab Sommer meinen Beruf aufgeben !
Alle die mich kennen wissen ,dass mich diese Entscheidung an den Rand der Verzweifelung bringt. Es wäre mir ohne diese Reglementierung nie in den Sinn gekommen Euch im Stich zu lassen, da ich meinen Beruf sehr liebe, aber so geht es für mich nicht weiter.
Eure Hebamme
Carina Meise-Stefer